Fotosafari Nebelwald
1. Bergregenwald bei Boquete, Provinz Chiriquí, Panama;
2. Baumkrone mit Epiphyten. Epiphyten sind Pflanzen, die auf Bäumen wachsen ohne dabei Nährstoffe aus dem Trägerbaum zu beziehen. Im Bergregenwald tragen viele Bäume eine tonnenschwere Last aus Flechten, Moosen, Farnen, Aronstabgewächsen und Orchideen.
3. Gurania spec. (Cucurbitaceae);
4. Bromelien und Tillandsien bilden Blatttrichter aus, in denen sich Wasser sammelt. Saugschuppen auf den Blattoberseiten ermöglichen es den Pflanzen das Wasser und darin gelöste Nährstoffe aufzunehmen. Die Wurzeln dieser Pflanzen dienen nur der Verankerung auf dem Baum. Viele Tierarten besiedeln die Wasseransammlungen in den Bromelientrichtern. Hier entwickeln sich die Larven vieler Fliegen, Mücken und Libellen und die Kaulquappen der Pfeilgiftfrösche (Baumsteigerfrösche, Dendrobatidae).
5. Giganten des Nebelwaldes. Noch in 2000m Höhe über Meeresniveau wachsen manche Bäume mehr als 50m hoch. Dabei erreichen sie einen Umfang von 12m und mehr. Viele dieser Bäume sind mehr als 1000 Jahre alt, einige trotzen sogar schon mehr als 4000 Jahre lang Wind, Wetter und Erdbeben. Viele Bergwälder werden abgeholzt um Platz für Anbauflächen und Viehweiden zu schaffen. Besonders die Produktion von Hochlandkaffee, aber auch Haselnussplantagen, Erdbeerfelder und Gemüseanbau tragen zu Vernichtung des Waldes bei.
6. Stachelleguan (Sceloporus malachiticus); Männliche Stachelleguane präsentieren bei Sonnenschein ihre farbeprächtige Kehle. Sie haben eine eigene Farbkommunikation, mit der sie fremden Männchen ihre Territorialansprüche übermitteln und Weibchen anlocken.
7. Stachelleguan (Sceloporus malachiticus); Weibliche Stachelleguane sind tarnfarben. Sie legen bis zu 10 Eier, die sich im kühlen Hochland nur langsam entwickeln.
8. Mittelamerikanisches Berghörnchen (Syntheosciurus brochus); Eine seltene Baumhörnchenart, die nur in den Bergwäldern von Costa Rica und Panama zu finden ist. Die relativ zierlichen Tiere sind sehr schwer zu beobachten, weil sie sich häufig in der bodennahen Strauchschicht verbergen. Lange Zeit waren nur wenige Exemplare bekannt.
9. Epidendrum radicans; Diese Orchidee ist häufig entlang von Strassen und Wegen zu finden. Sie bevorzugt das kühl-feuchte Hochlandklima.
10. Felsbrocken mit Baum am Fuß des Vulcan Barú, Provinz Chiriqui, Panama. Das Grasland rund um den Fels wird regelmäßig abgebrannt. Auf dem Stein ist dieser Baum vor den Flammen geschützt.
11. Flechten und Moose kämmen feinste Wassertropfen aus den Wolken.
12. Kohleria grandiflora (oder tigrida) (Gesneriaceae); Die nektarreichen Blüten werden von Fledermäusen bestäubt.
13. Ein Farnwedel entrollt sich direkt aus dem Rhizom.
14. Ein Fluss im Nebelwald. Das klare, kalte Wasser ist der Lebensraum nachtaktiver Süßwasserkrabben. Am Ufer leben Salamander und Glasfrösche, deren kurze Klicklaute das Rauschen des Wassers übertönen.
15. Monstera spec. (Araceae); Eine Kletterpflanze auf dem Weg nach oben. Viele Lianen beginnen ihr Leben als winziger Keimling am Waldboden. Sie können Jahre im Dämmerlicht überdauern ohne mehr als ein paar Zentimeter groß zu werden. Erst wenn sie einen geeigneten Baum finden um daran empor zu steigen, wachsen sie zügig in die Länge. Dabei ändert sich ihr Aussehen vollkommen. Aus einer kleinen krautigen Pflanze mit winzigen runden Blättern wird ein dutzende Meter langes Gewirr aus verschlungenen Ästen, wobei sich auch die Blattform ändert.
16. Ein mit Moosen, Farnen, Bromelien und Orchideen bewachsener Ast auf rund 2600m Höhe.
17. Pflanzen wachsen schneller als sie verrotten. Im Bergwald bilden sich mächtige Torfschichten, die von den Wurzeln der Bäume durchwachsen werden. Man geht auf federndem Boden, abseits der Wege besteht bei jedem Schritt die Gefahr zwischen den Wurzeln durchzubrechen und tief in Hohlräumen im lockeren Substrat zu versinken.
18. Bromelien und Orchideen auf einem Ast im Nebelwald.
19. Extreme Tarnung; Diese Laubheuschrecke ähnelt mehr einem mit Flechten überzogenem Stück Holz als einem Tier.
20. Sperlingskauz (Glaucidium costaricanum); Dunkle Regenwolken, dichter Nebel und üppige Vegetation lassen nur wenig Licht zum Waldboden gelangen. Im Dämmerlicht ist der Sperlingskauz auch am Tag aktiv.
21. Eine krautige Kletterpflanze im Bergwald.
22. Eulenfalter (Noctuidae);
23. Psittacanthus cf. rhynchanthus; Die roten Blüten einer parasitischen Pflanze. Die spezialisierten Wurzeln des Parasiten dringen in das Leitgewebe des Wirtsbaumes ein um Wasser und Nährstoffe abzuziehen.
24. Grünscheitelbrilliant (Heliodoxa jacula) ein typischer Kolibri des Nebelwaldes. Trotz ihrer geringen Größe verteidigen die Vögel reich blühende Büsche energisch gegen Nahrungskonkurrenten.
25. (Rhynchostele oder Lemboglossum bictoniense); Es lohnt sich immer vom Sturm gefällte Bäume zu untersuchen. Hier kann man blühende Orchideen des Kronenraumes finden.
26. Die riesigen Bäume sind fast unerforschte biologische Kontinente. Hunderte Insektenarten, Amphibien und Reptilien, Vögel, Säugetiere, Orchideen, Moose und Lianen finden auf jedem einzelnen ihren Lebensraum.
27. (Eleutherodactylus cf. museosus);
28. Maxillaria cf. crassifolia; Eine Orchidee aus dem Bergwald.
29. Fensterblatt (Monstera deliciosa), ein häufig als Zimmerpflanze verwendetes Aronstabgewächs.
30. Nachtfalter (Arctiidae);
31. (Syntomiidae) mit Warnfärbung. Die Falter sind stark giftig, die leuchtenden Farben warnen Vögel davor sie zu fressen.
32. Centropogon granulosus (Campanulaceae) wächst am Waldboden. Die leuchtenden Blütenfarben locken Kolibris aber auch einige Bienenarten an.
33. Oerstedella cf. parviexasperata; Orchidee aus dem Kronendach des Waldes.
34. Mohrenguan (Chamaepetes unicolor); Die großen Vögel wandern längere Strecken im Geäst der Baumkronen ohne aufzufliegen. Dabei sind sie so leise, dass man sie kaum bemerkt. Erst wenn sie lautstark abfliegen, wird man auf sie aufmerksam.
35. Mohrenguan (Chamaepetes unicolor);
36. Landplanarie oder Strudelwurm (Plathelminthes, Ordnung Seriata); Der größere Teil ihrer Verwandtschaft lebt aquatisch, im ständig feuchten Nebelwald nutzen die nachtaktiven, räuberisch lebenden Tiere dünne Wasserfilme auf der Vegetation. Manche Arten werden bis zu 15 cm lang und sind sehr farbenprächtig.
37. Quezal (Pharomachrus mocinno); Die metallisch grün schillernden Tiere mit der leuchtend roten Brust sind die spektakulärsten Vögel des mittelamerikanischen Nebelwaldes. Ihr charakteristisches Pfeifen ist nur noch selten zu hören, ihre Lebensräume sind stark bedroht.
38. Raupe eines Pfauenspinners (Leucanella spec. Saturniidae); Die Raupen sind äußerst wehrhaft. Aus den Wehrborsten können bei Gefahr stark reizende Sekrete abgesondert werden, die lange anhaltende Schmerzen und Hautentzündungen verursachen können.
39. Eine tropische Eiche im Morgenlicht am "Sendero los Quezales" im Nationalpark Vulcan Barú.
40. Rüsselkäfer (Curculionidae); Die einzelnen Arten der Rüsselkäfer sind meist auf bestimmte Pflanzenarten spezialisiert. Viele tausend Arten dieser Käfergattung sind noch nicht entdeckt und wissenschaftlich beschrieben worden.
41. Salamander (Familie Plethodontidae, Gattung Bolitoglossa spec.). Die Tiere haben keine Lungen, die Sauertoffaufnahme erfolgt ausschließlich über die Haut und den Kehlsack. Die nachtaktiven Salamander leben im feuchten Boden, erklettern bei Regen aber auch Pflanzen und erbeuten kleine Insekten und Würmer. Die meisten Arten werden nur sehr selten gefunden, über ihre Lebensweise ist wenig bekannt.
42. Augenfalter (Familie Nymphalidae, Unterfamilie Satyriinae, Gattung Cithaerias spec.). Die durchscheinenden Flügel machen es potentiellen Feinden schwer den Falter zu entdecken. Falsche Augen und rote Färbung auf den Hinterflügeln lenken die Aufmerksamkeit weg von lebenswichtigen Organen und dem Kopf.
43. Landschnecke im Nebelwald.
44. Blick in den Nebelwald vom "Sendero los Quetzales", Panama.
45. Gigantische Bäume am "Sendero los Quetzales", Panama.
46. Ein Ast mit epiphytischen Pflanzen, Moosen und Farnen. Ständiger Regen versorgt die Pflanzen mit Wasser, Wurzeln werden vor allem ausgebildet um die Pflanzen auf dem Ast zu befestigen. Nährstoffe werden überwiegend direkt von den Blättern aufgenommen. Der Baum auf dem die Pflanzen wachsen wird nicht angegriffen.
47. Großer Ast mit dicken Moospolstern. Bei Regen saugen sich die Moospolster mit Wasser voll, die Trägerbäume müssen dann tonnenschwere Lasten tragen. Noch Stunden nach dem Regen tropft und rinnt das Wasser aus den Moospolstern herab und sorgt für eine gleich bleibende Feuchtigkeit in der Orchideen und Farne üppig gedeihen.
48. Ein Ast mit epiphytischen Pflanzen, Moosen und Farnen.
49. Früher Morgen im Nebelwald. Die ersten Sonnenstrahlen des Tages tauchen der Bergwald in goldenes Licht, lange bevor auch im Tiefland die Sonne aufgeht.
50. Halsband-Waldsänger (Myioborus torquatus). Nur in einigen Nebelwäldern Costa Ricas und Panamas zu finden. Die Art ist in die Rote Liste der IUCN 2007 der gefährdeten Vögel aufgenommen worden. Fliegt gerne in gemischten Trupps mit anderen kleinen Vogelarten.
51. Sonnenaufgang am "Sendero los Quetzales", Panama.
52. Süßwasserkrabbe in einem Quellgewässer. Vor allem nach Einbruch der Dunkelheit sind die Tiere in Bergbächen zu beobachten. Sie ernähren sich von Aas und im Wasser verfaulenden Früchten. Da sie gefährliche Parasiten übertragen können, sollten sie nicht gesammelt und verzehrt werden.
53. Bergbach in dem Süßwasserkrabben leben.
54. Zikade
55. Greifschwanz-Lanzenotter (Bothriechis schlegelii). Die kleinen, aber äußerst giftigen Schlangen bewegen sich nur langsam fort, beißen aber blitzschnell und ohne Vorwarnung zu. Sie ernähren sich von kleinen Fröschen, Vögeln und Mäusen. Es gibt viele Farbvarianten. Die Tiere sind vom Flachland bis ins Gebirge verbreitet.
56. Cavendishia bracteata ein typischer Strauch des höheren Berglandes aus der Familie Ericaceae, Heidekrautgewächse.
57. Ithomia diasa hippocrenis (Familie Nymphalidae, Unterfamilie Ithomiinae). Die Falter nehmen giftige Pyrrolezidin-Alkaloide auf, um sich vor Fressfeinden zu schützen.
58. Masdevallia spec., eine Orchideenart, die kühles und regenreiches Klima bevorzugt.
59. Restrepia trichoglossa eine Orchidee aus dem Nebelwald bei Cerro Punta, Panama.
60. Phragmipedium longifolium, eine Frauenschuhorchidee aus dem Bergwald. Die Unterlippe der Blüte ist zu einer Kesselfalle umgestaltet, aus der Insekten nur entweichen können, wenn sie dabei die Blüte befruchten.
61. Phragmipedium longifolium; Diese Orchidee wächst auf natürlich waldfreien Standorten, z.B. an sickerfeuchten Steilhängen mit geringer Humusauflage.
62. Beginnende Mondfinsternis vom 21.3.08, beobachtet bei Guadeloupe, Panama.
63. Farmland und extensiv genutztes Weideland soweit das Auge reicht. Der Regenwald ist fast vollständig verschwunden.
64. Glasklarer Fluss im Wasserschutzgebiet Fortuna. Hier befinden sich die größten zusammenhängenden Bergwaldgebiete Panamas. Mitten im Schutzgebiet liegt ein Stausee, der zur Produktion von Elektrizität genutzt wird.
65. Epidendrum spec., eine nicht näher identifizierte Orchidee.
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